PRESSEMITTEILUNG // Corona-Pandemie: Pflegekammer Niedersachsen warnt vor Versorgungsengpässen in Kinder- und Jugendpsychiatrien

Pflegefachpersonen in Kinder- und Jugendpsychiatrien schlagen Alarm: Während der Corona-Pandemie seien Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen und psychische Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen gestiegen. Schon jetzt könnten viele Kinder- und Jugendpsychiatrien den hohen Bedarf nach Unterstützungsangeboten nicht abdecken.

Hannover, 04.05.2021 • Vier von fünf Kindern und Jugendlichen empfinden die Corona-Pandemie als äußert belastend. Etwa drei von zehn Kindern zeigten während des Befragungszeitraums psychische Auffälligkeiten. Das zeigt die COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, in der 1000 Kinder und Jugendliche während der Corona-Pandemie zu ihrem seelischen Wohlbefinden befragt wurden.

„Viele Kinder und deren Familien kämpfen mit Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen oder Essstörungen und fallen aufgrund der eingeschränkten Hilfsmöglichkeiten in alte Verhaltensmuster zurück“, sagt Cornelia Meyer, Kinderkrankenschwester und Mitglied des Vorstands der Pflegekammer Niedersachsen.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrien sind aktuell auch in Niedersachsen an der Belastungsgrenze und arbeiten mit langen Wartelisten. „Der Personalnotstand in der Pflege macht sich auch hier bemerkbar. Selbst vorbelastete Kinder und Jugendliche erhalten teilweise nicht die Hilfsangebote, die sie benötigen“, berichtet Meyer. Die Versorgungssituation in den Kinder- und Jugendpsychiatrien habe sich während der Pandemie verschärft, da viele Pflegende aufgrund einer Corona-Erkrankung oder einer Quarantäne ausgefallen seien.

Aus Sicht der Pflegekammer Niedersachsen sind einheitliche Konzepte zur Betreuung, zum Schulbesuch sowie zu den notwendigen sozialen Kontakten von Kindern und Jugendlichen erforderlich. Nur so könnten Kinder und Jugendlichen in ihrer autonomen Entwicklung abgeholt und gefördert werden und psychischen Erkrankungen rechtzeitig vorgebeugt werden.

Die Pressemitteilung finden Sie hier als PDF zum Download. 

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