PRESSEMITTEILUNG // Positionspapier: Pflegepersonaluntergrenzen müssen bestehen bleiben

Die Pflegekammer Niedersachsen hat ein Positionspapier zu den Regelungen im Pflegepersonalstärkungsgesetz in Bezug auf die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV), das Pflegepersonalbemessungsinstrument PPR 2.0 sowie die Finanzierung pflegerischer Leistungen außerhalb des DRG-Systems veröffentlicht.

Hannover, 28.09.2020 • Die Situation der Pflege in Deutschland ist dramatisch. Die Zahl der aus dem Beruf ausgestiegenen Pflegefachpersonen ist dafür ein eindeutiges Indiz. Gründe sind neben chronischem Personalmangel, schlechten Arbeitsbedingungen oft auch eine unbefriedigende Entlohnung. „Zwar hat die Politik mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz von 2019 unterschiedliche Ansätze zu Verbesserung der Situation in der Pflege veranlasst, doch sind diese noch nicht konsequent zu Ende gedacht“, kritisiert Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann die Situation.

Vor diesem Hintergrund hat die Pflegekammer Niedersachsen im Juni 2019 das erste Krankenhaussymposium für Pflegedienstleitungen der niedersächsischen Krankenhäuser durchgeführt. Gemeinsam mit der aus diesem Kreis entstandenen Expertengruppe hat die Pflegekammer Niedersachsen jetzt ein Positionspapier zu den Regelungen im Pflegepersonalstärkungsgesetz verfasst.

  1. Die Pflegekammer fordert ein wissenschaftsbasiertes Instrument zur Pflegepersonalbedarfserhebung zum Erheben des tatsächlichen pflegerischen Bedarfs für einen zielgenauen Personaleinsatz.
  2. Die Pflegepersonaluntergrenzen müssen bestehen bleiben. Sie stellen eine rote Linie dar, die zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten und der Pflegefachpersonen nicht unterschritten werden darf.
  3. Die pflegerische Leitung in einem Krankenhaus entscheidet zur Gewährleistung der Patientensicherheit über den tatsächlich notwendigen Personaleinsatz, wozu auch die Schließung von Betten gehört.
  4. Pflegeentlastende Maßnahmen müssen umfassend vergütet werden und pflegefremde Leistungen, zum Beispiel Transportlogistik oder Reinigungsarbeiten dürfen nicht auf das Pflegebudget angerechnet werden.

Das komplette Positionspapier kann auf der Homepage der Pflegekammer Niedersachsen unter https://www.pflegekammer-nds.de/publikationen/positionspapier-zu-den-regelungen-im-pflegepersonalstaerkungsgesetz-ppsg heruntergeladen werden.

Kurzfassung als PDF zum Download

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